Bildung Vol. I

Bildung ist ein sehr komplexes und umfangreiches Thema und es ist zu schwer, es in all seinen Facetten in einem Blogeintrag niederzuschreiben. Darum wird dies eine kleine Exkursion über die Oberfläche und ein leichtes Kratzen an ihr, um einen Blick in die Regionen darunter erhaschen zu können.

Auf diesen Eintrag folgen in der kommenden Woche zwei weitere Beiträge plus ein Faktencheck zum Thema Bildung.

Dieser erste Artikel ist mehr ein philosophisches Sinnieren über das Thema Interesse zur Bildung. Im kommenden zweiten Teil geht es dann um den Zugang zur Bildung und der letzte Teil wird von der Anwendung handeln.

Zur Abrundung des gesamten Themas folgt ein kompletter Faktencheck mit Zahlen und Statistiken zur vergangenen und gegenwärtigen Situation, als auch Prognosen für die Zukunft.

Interesse

Bildung, so macht es den Anschein, ist unter der jüngeren Generation kein populäres Interessenfeld mehr und verschwindet langsam in den dunklen Gefilden der Social Media Mania und Privatfernsehunterhaltung. Es macht sogar den Anschein, als wenn ein gewisser Teil der Menschheit auch komplett darauf verzichten kann, sich weiterzubilden und Fakten bewusst zu verstehen. „Ich bin da anderer Ansicht“ ist die Antwort auf Fakten. Und Fake News haben mehr Macht, weil es kein Interesse mehr daran gibt, sich zu informieren und sich ein Bildungsfundament zu errichten, um vor dererlei Lügen geschützt zu sein. So reifen verschiedene Nachrichtensprecher (vor allem in den USA zu verfolgen) zu Priester ähnlichen Figuren heran, deren Wort, für sich genommen, schon ein Fakt sein soll. Der Beweis scheint überflüssig, da die Bevölkerung oftmals kein Interesse daran hegt, Dinge im Allgemeinen zu hinterfragen.

Das sorgt dafür, dass man große Massen an Menschen leicht beeinflussen kann.

Das Interesse daran, sich selbst zu bilden, sich selbst auszubilden, weiterzubilden und sich für Gott und die Welt zu interessieren, findet kaum noch fruchtbaren Boden in jungen Köpfen. Das ist selbstverständlich auch das Versagen der vorherigen Generationen, Bildung attraktiver und bewusster zu vermitteln.

Das Interesse geht in eine völlig andere Richtung, bestehend aus Äußerlichkeiten und oberflächlichen Belanglosigkeiten, die weder Sinn noch Verstand in sich tragen. Die neuen Interessengebiete sind meist oberflächlicher Natur. Natürlich ist das eine Übertreibung, aber in gleicher Hinsicht ist es das nicht.

Sich das Wissen vergangener Zeiten oder gegenwärtiger Situationen anzueignen fehlt. Niemand möchte sich mehr mit etwas auseinandersetzen, das bereits war, aber versteht auch nicht, dass es hilft zu verstehen, was noch kommen kann.

Immer stiller Hoffnung, irgendwer wird es schon wissen. Und sollte etwas zu einem Problem werden, wird sich auch schon irgendjemand darum kümmern.

Dabei ist Bildung so unglaublich vielschichtig und kann unendlich viele Interessengebiete abdecken. Bildung kann sich in tausend unterschiedlichen Dingen äußern.

Interesse an Kunst und Musik, wer etwas gezeichnet oder komponiert hat, und mit welchem Hintergrund, das Interesse an Künstlern und deren inspirierenden Lebenswegen. Das Interesse an Geschichte und Politik. Zu wissen, dass viele Dinge bereits existierten, bevor wir von ihnen wussten oder sie bewusst wahrgenommen haben. Zu verstehen, dass vieles, das neu entdeckt wurde, bereits als gefunden galt. Dass die Antike in vielerlei Hinsicht weiter war als die Neuzeit heute und ihre Leute bewusster gelebt haben als heute. Geographisches und geschichtliches Verständnis zu besitzen, warum Länder heute so existieren wie sie sind und wieso sie in unterschiedlichen wirtschaftlichen Lagen nebeneinander her leben. Wie sich politische Beziehungen anhand kultureller Eigenarten entwickelt haben, welche Bündnisse existieren oder existierten. Wie viele wunderbare Kulturen und farbenfrohe Völker mit eigenen Kunstformen die Länder dieser Welt verschönerten. Warum Kriege geführt wurden und wie man verhindern kann, dass sie erneut ausbrechen.

Das Wissen über Kultur und Geschichte kann Hass verhindern und Missverständnisse vorbeugen.

Einen Fehler zu machen ist ok, aber denselben Fehler zweimal zu machen ist dumm.

Und momentan machen wir dieselben Fehler wie zur dunkelsten Zeit Europas und verstehen nicht mal, dass wir nur die Wiederholung sind.

Hass und Spaltung und Ausgrenzung sind ein Zeichen von mangelnder Bildung.

Das Interesse an Sprachen und deren Beschaffenheit, deren Eigenarten, und wie Sprache den Charakter formen kann und Menschen mit einander verbindet. Sich neue Sprachen anzueignen, um aktiver miteinander leben zu können. Den Ursprung von Sprachen zu verstehen. Damit Sprache wieder verbindet und nicht mehr teilt.

Das Interesse an den Sternen und wie die Zukunft der Menschen sich in den ewigen Weiten des Weltraums verwirklichen lässt. Woraus das Universum besteht. Welche äußeren Einflüsse innere Strukturen beeinflussen.

Das Spektrum ist riesen groß und Kunst, Musik, Geschichte, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft nur ein kleiner Teil davon.

Wir brauchen wieder mehr kluge Köpfe, die sich interessieren, sich selbst ausbilden und lesen, lesen, lesen, um zu verstehen. Die ihr Wissen mit ihrem Umfeld teilen, um gemeinsam voranzukommen und Hass zu verhindern.

Wir brauchen Menschen, die uns den Weg in eine friedliche und bildungsfreundliche Welt ebnen.

Wir dürfen nicht stagnieren.

Sonst gewinnen die Spinner, die nichts mehr kennen außer Hass, Teilung, Lügen und Verachtung. Der Klügere darf nicht immer nachgeben, sonst regieren die Dummen die Welt. Man kann nicht einfach den Autopiloten anschalten und meinen, alles wird gut, weil es ja schon seit unserer Geburt so war.

Bildung scheint auf kein Interesse mehr zu stoßen und noch viel schlimmer ist es, dass es so wenige stört. Kaum einer fühlt sich mehr in der Verantwortung, sich um sich selbst zu kümmern und die Einzigartigkeit und Notwendigkeit der Bildung zu nutzen. Man stört sich einfach nicht mehr daran, nicht gebildet zu sein, weil das Umfeld auf demselben geistigen Niveau ist.

Es gibt Millionen von Dingen, die noch entdeckt und verstanden werden wollen.  Und es gibt tausende Wege, sich zu bilden, tausende Optionen. Man muss nur das Interesse dafür hegen.

Wir müssen anfangen, nicht jetzt, sondern gestern!

Ein Kommentar zu „Bildung Vol. I

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  1. Danke für die Ausführungen zum Thema Bildung. Sehr interessante Ansätze, z.B. „Hass und Spaltung und Ausgrenzung sind ein Zeichen mangelnder Bildung.“ und „Wir brauchen Menschen, die
    uns den Weg in eine friedliche und bildungsfreundliche Welt ebnen.“ Genau. und dann hat jeder Möglichkeiten und Zugänge zu aktuellen, geschichtlichen und Themen der Zukunft. Nutzvolle Visionen können können entstehen. Ich denke an den Film … Die Welt ist voller Möglichkeiten…,den wir im Kino gesehen haben. Ich glaube in Sachen Bildung und der Herausforderungen die damit zusammenhängen stößt der staatsmonopolistische Kapitalismus an seine Grenzen. Fragen wie, was kann ich persönlich beitragen, wie kann ich Interesse entfachen, wie kann ich Menschen finden, die ähnlich denken und fühlen, wie gehe ich mit Menschen um, die anders denken und glauben. Ich übersende Dir leihweise als weiterführende Literatur das Buch „Medizin für die Bildung“ von Manfred Spitzer aus 2010, trotzdem meiner Meinung nach noch sehr aktuell. Auf ein Neues!!!

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