Mal angenommen…

Mal angenommen,

die Arroganz ist der größte Feind des Menschen…

 

„Arroganz scheint der Tage, der Menschheit größte Plage.“

Ich lehne mich jetzt mal etwas aus dem Fenster und behaupte, Arroganz ist der Ursprung allen Übels. Behaupte, Arroganz ist der Verursacher von Gewalt und allem Schrecklichen, was die Menschen sich und ihrer Umgebung seit Anbeginn der Zeit angetan haben. Ich spreche nicht von der Arroganz eines Volkes, sich über andere Völker zu erheben und sie auszubeuten. Ich spreche nicht von der Arroganz einer Regierung, sich über das eigene Volk zu stellen und zu behaupten, im Interesse aller zu handeln.

Ich rede von der Arroganz eines jeden einzelnen Menschen.

Mal angenommen, die Staatsoberhäupter und die ranghohen Regierungsmitglieder machen alles, um an der Macht zu bleiben. Mal angenommen, sie würden alles Erdenkliche in die Wege leiten, um ihren Namen aus schmutzigen und verwerflichen Angelegenheiten raushalten zu können. Sie würden Schmiergelder annehmen und korrupt sein, würden sich von Firmen kaufen lassen, um ihre eigenen Taschen mit Geld zu füllen und um im nächsten Wahlkampf auf dicke Wahlkampfspenden von großen Unternehmen hoffen zu dürfen.

Mal angenommen, jede Entscheidung, die ein Herrscher dieser Welt trifft, dient nicht dem Volk oder dem Land, sondern einzig und allein ihm selbst, um sich Macht und Namen auf der großen Bühne zu sichern. Sie würden Kriege anfangen, nur um dem Druck der Waffen-und Ölkonzerne nachzugeben, um sich so Gelder und Stimmen und vor allem ihre Position zu sichern. Mal angenommen, sie erlassen fragwürdige Sicherheitsgesetze, nicht aus der Intention heraus, für Sicherheit zu sorgen, sondern aus der Intention heraus, das Volk unter Dauerüberwachung zu stellen. Mal angenommen, Menschen werden nicht mehr aus ehrenwerten Prinzipien Politiker, sondern nur aus reiner beruflicher Absicherung und werden dadurch zu „JA-SAGERN“, die am Ende ihrer Laufbahn auf einen Lobbyistenjob hoffen. Mal angenommen, sie haben gar kein Interesse an Gerechtigkeit und Aufschwung. Kein Interesse an Frieden, Gleichheit und Stabilität und ihnen wäre das Volk, das Sie eigentlich verteidigen und schützen wollten, egal. Mal angenommen, alle die an der Macht sind, die sich ganz oben in der Regierung befinden, machen nichts für das Volk, sondern machen alles, um ihre eigene Arroganz zu befriedigen und gehen das Risiko ein, durch Versäumnisse, die Schrecken der Vergangenheit nicht bewältigen zu können, die Probleme der Gegenwart nicht im Griff zu haben und der Zukunft jede positive Perspektive zu nehmen. Mal angenommen, irgendwann liegen diese Leute auf ihrem fetten Sterbebett aus purem Gold und wissen, dass sie nichts geschafft haben, nichts erreicht haben und uns vor nichts beschützen konnten; dass sie es durch Versäumnisse zugelassen haben, dass Populisten wieder Einzug halten und die Menschen sich wieder in die Hände einer rückschrittigen Ideologie begeben.  Mal angenommen, sie würden verstehen, was sie tun, sie würden begreifen, dass sie stets nur an sich gedacht haben.

Mal angenommen, dass die Arroganz eines Einzelnen zum Schrecken für Tausende werden könnte.

Mal angenommen, dass es diese einzelnen Personen gibt, die zerbrechliche Momente ausnutzen, um widerliche und menschenverachtende, rechte Ideologien erneut zu etablieren und „alltagstauglich“ zu machen. Mal angenommen, dass es rückwärtsgewandte Menschen gibt, die mit kultureller Vielfalt nichts anfangen können und darum versuchen, den Frieden mit unmenschlichem rechten Gedankengut kaputt zu machen.

 

Mal angenommen, jeder einzelne Bürger hat durch seine eigene Arroganz, sich nicht informieren zu wollen und wegzusehen, hat und in seiner eigenen arroganten Haltung, nicht Wählen zu gehen, zugelassen, dass es so weit kommen konnte.

Dass man durch das „nur an sich denken“ die Leute gefördert hat, die „nur an sich denken“. Und beschwert sich später, „warum alle nur an sich denken“.

 

Mal angenommen, bereits Eltern würden ihren Kindern so etwas erzählen wie: Es gäbe „eine gesunde Arroganz“, die einem dabei helfen soll, auch mal an sich zu denken.

Mal angenommen, es gäbe so ein unsinniges Hirngespenst wie die „gesunde Arroganz“, die uns immer begleitet als ein ständiger Lebensgefährte und uns ins Ohr flüstert, wie wichtig es doch ist, immer erst an unseren eigenen Vorteil zu denken, an unsere eigene Gesundheit, an unseren eigenen Fortschritt im Leben.

 „Was ist, wenn wir nur gemeinsam als Individuen stark sein können? Nur gemeinsam als Einzelne vorankommen und nur gemeinsam unser eigenes individuelles Glück finden können?“

Mal angenommen, Kinder würden durch solche anerzogenen Sichtweisen stets nach ihrem eigenen Vorteil suchen und zu Konkurrenzdenken angeregt werden, was zu Leistungsdruck führen könnte. Es könnte zum Lügen, zu Verrat und zum Wegsehen gegenüber anderen Kindern verlocken. Wenn wir Kindern beibringen, sich durchzukämpfen, immer an sich zu denken und sie dazu nötigen, Dinge zu erreichen, die sie nie als Ziel hatten, damit sie ja ihren eigenen Vorteil gegenüber Anderen sichern können.

Mal angenommen, man wird durch eine „gesunde Art von Arroganz“ blind für diejenigen die, auf ihrer Strecke zurückbleiben. Mal angenommen, man würde ihnen nicht die Hand reichen, wenn sie es alleine nicht mehr schaffen, man würde wegsehen, denn „Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied“.

Mal angenommen, es gäbe Menschen, die aus Arroganz zurückgelassen wurden, die nun alleine und einsam sind.

„Mal angenommen, es gäbe Menschen, die deine Hilfe bräuchten.“

Mal angenommen, man wird bereits in jungen Jahren dazu verpflichtet, an sich und immer als erstes an sich zu denken, weil es sicher ist und einen vor unsichtbaren Gefahren schützt.  Die, mal angenommen, meistens genau dadurch entstehen könnten, weil wir sie durch eine Art gesunder Arroganz erschaffen haben. Mal angenommen, eine Form von gesunder Arroganz existiert nicht, man würde erkennen, wie schrecklich es ist, immer nur an sich zu denken und man würde sehen, wie viele Leute auf der Strecke geblieben sind, wie viele es nicht geschafft haben, wie viele Leute alleine sind und verzweifelt, weil alle an sich denken und keiner an sein Umfeld. Mal angenommen, wir würden jede Form von Arroganz ablegen und an ein gemeinsames Interesse der Gemeinschaft glauben. Würden einander helfen, umsichtig zu sein, und den Nebel der anerzogenen Arroganz ablegen, um das Große und Ganze zu erblicken. Mal angenommen, wir würden als eine tatsächliche Gemeinschaft handeln, wo jeder gleich ist und die gleichen Rechte genießt, die gleichen Chancen hat, sich zu entwickeln. Eine Gemeinschaft ohne Arroganz, in der wir einander helfen voranzukommen; nicht wegzuschauen, sondern einander zu helfen.

Mal angenommen, es gäbe eine Welt ohne Arroganz. Wäre Sie dann besser?  Wärst Du besser?

Ein Kommentar zu „Mal angenommen…

Gib deinen ab

  1. „Mal angenommen“, könnte dies durchaus zutreffen, dem ist aber nicht so!
    Die Erfahrung lehrt, daß Neid und Mißgunst die noch viel stärkeren Triebfedern sind,
    die den Menschen, und damit seine Mitmenschen, in´s Unglück stürzen!
    Auch wenn es mit Arroganz oder Narzißmus in Verbindung stehen mag! 🙂

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Bloggen auf WordPress.com.

Nach oben ↑

%d Bloggern gefällt das: