Pro-Kontra

 

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Ein kurzes Anliegen über das Pro-Kontra System in einer Diskussion.

Anscheind muss man in Gesprächen oder Diskussionen immer eine dieser Seiten vertreten, damit man nicht unglaubwürdig rüberkommt.

Man muss einem aktuellen Ereignis immer Pro oder Kontra gegenüberstehen. Ein Dazwischen scheint nicht zu existieren. Bei weitem scheint Neutralität oder das Bemühen, beide Seiten verstehen zu wollen, gar nicht mehr geduldet zu werden. Und ergreift man keine Seite, dann wird man, weil man sich Positiv oder Negativ zu etwas geäußert hat, gleich über die imaginäre Grenze zu einer Seite befördert.

Selbst der Journalismus, der schon seit einiger Zeit nicht mehr neutral zu sein scheint, vertritt nun immer mehr die Perspektiven großer Konzerne oder die Ansichten gewisser Massen. Zynismus beherrscht die meisten großen Zeitschriften und vor allem der Boulevardjournalismus pflegt die schnelle Verbreitung ungewisser fakte um die Bevölkerung anzustacheln oder schnell in eine destruktive Stimmung zu bringen.

Sich vorerst zurückzuhalten und den Drang zu verspüren, alle Seiten verstehen zu wollen, Informationen zu sammeln, um, solange wie man im Ungewissen ist, in einer neutralen Position zu verharren, trifft oft auf absolutes Unverständnis vieler politischer Instanzen sowie journalistischer Bereiche.

Missverständnisse sind die Ursache der meisten Konflikte.

Der Ursprung der Missverständnisse liegt in der Tatsache, dass man Dinge mit Absicht missversteht um seinen eigenen Standpunkt nicht überdenken zu müssen und wahrscheinlich einzusehen das er sogar falsch sein könnte.

 

Ein Beispiel

 

Eine derartige Pro-Kontra Situation ist der vor kurzem verübte völkerrechtswidrige Militärschlag der Vereinigten Staaten, Frankreichs und Großbritanniens auf Syrische Einrichtungen.

Der auf der einen Seite von vielen Leuten verteidigt wird. Die meinen, man hat diesen Schlag gefälligst als gut anzusehen, da er gegen jemanden gerichtet war, der Chemiewaffen einsetzt.

Und dann gibt es noch die andere Seite, die sagt, dass uns die Regierungen der drei benannten Staaten ohne Beweise in eine völkerrechtswidrige Situation gebracht haben, die uns einen Weltkrieg hätte kosten können.

Über einen Aspekt bin ich heilfroh: Dass es dreierlei Pro-Kontra Situationen, hinsichtlich der Frage, ob wir einen erneuten Krieg erleben wollen, so nicht gibt, und dass die breite Masse sagt: „Nein, wir wollen keinen Krieg!“

Von der Situation mal abgesehen, dass eine so abgestumpfte idiotische Situation, hervorgerufen durch vereinzelte Personen, die mit immenser Macht ausgestattet sind, über Nacht das gesamte Schicksal der Weltbevölkerung beeinflussen kann.

Voreilige Entscheidungen zu treffen, und das immer auf Kosten von Menschenleben, ist eine schrecklich verwerfliche Angelegenheit. Genauso wie einen völkerrechtswidrigen Bruch vorschnell zu verteidigen und es als die richtige Entscheidung darzustellen.

Aber für jede Handlung, die sich in einem kriegerischen Akt entlädt, müssen Beweise vorangetragen werden. Jede Handlung, die blind geführt wird, riskiert das Leben aller Menschen.

 

Wie Helmut Schmidt sagte:

 

„Lieber Hundert Stunden umsonst verhandeln, als eine Minute zu schießen.“ [1]

 

Der Geist der Demokratie liegt nicht in einem Militärschlag. Um ohne Beweise der Existenz, jemanden dazu zu drängen, dass vorhergegangene, noch nicht bewiesene, zu unterlassen.

Dies dient der aktuellen Tatsachenbeschreibung.

Manch einer würde jetzt sofort behaupten, ich schlage mich auf russische Seite, was nicht ansatzweise stimmt. Im vorigen Blogeintrag habe ich geschrieben, dass Fakten Sammeln der Grundstein einer Diskussion ist, andernfalls wäre es nur Angreifen und Streiten.

 

Eine Sache am Rande:

Der Angriff passierte in Syrien, in einem Land, das sich seit Jahren in einem Bürgerkrieg befindet und vom Terror erschüttert wurde.

Ein Land, wo alle großen Mächte ihre schmutzigen Finger drin haben. Das Hauptthema nach dem Militärschlag ist nicht Assad, sondern ob Amerika und Russland einen Krieg gegeneinander führen werden.

Wieso?

 

Gewisse Tatsachen mit Fakten zu untermauern und zu äußern, heißt noch lange nicht, dass man sich auf irgendeine Seite stellt.

 

Menschen scheinen nur noch in Extremen zu denken

 

Eine Neutralität wird sofort bestraft und der Vorwurf, man hätte keine eigene Meinung, macht sofort die Runde. Eine neutrale Position nimmt einem die Extreme und gibt einem die Möglichkeit, die Fehler beider Seiten zu erkennen. So eine Position einzunehmen, erfordert meist viel mehr Mut als sich blind auf eine Seite zu stellen und irgendwelche Parolen zu schreien, deren Hintergründe man überhaupt nicht kennt.

Aber Neutralität soll niemals bedeuten, sich aus allem raus oder bei allem zurückzuhalten.

Die tatsächliche Aufgabe der Neutralität beansprucht ein viel größeres Spektrum. Es soll dazu anspornen, sich mehr Wissen über beide Seiten anzueignen und ein gewisses Verständnis für verschiedene Punkte zu entwickeln, um sogar im besten Fall zwischen beiden Seiten vermitteln zu können.

Niemals würde ich es verneinen, in vielen Punkten selbst eine Seite zu ergreifen, aber nie eingreife ich eine Seite ohne mir ein Wissen darüber aufgebaut zu haben, wer auf der anderen Seite steht.

In vielen widerlichen Ansichten bin ich der Meinung, man sollte sofort eingreifen und menschenverachtenden Argumenten entgegentreten.

Doch niemals darf man vergessen, was jemanden antreibt und wieso er gewisse Argumente vertritt. Dies muss in Erfahrung gebracht werden, um mögliche Fehler zu erkennen und darüber aufzuklären.


P.s. Eine Seite zu ergreifen ist immer dann wichtig, wenn es darum geht, die Würde eines jeden Menschen zu vertreten. Stets sollte es eine unausgesprochene Pflicht sein, sich menschenverachtenden Gewalten entgegenzustellen.

Krieg ist immer schrecklich und kein kriegerischer Akt führt jemals zu Frieden.

Sollte sich der Chemiewaffenangriff bewahrheiten, ist das eine widerliche, schreckliche und unentschuldbare Tat.


[1] http://www.spd-or.de/meldungen/lieber-100-stunden-umsonst-verhandeln-als-eine-minute-schiessen/

Ein Kommentar zu „Pro-Kontra

Gib deinen ab

  1. Mitgenommen habe ich besonders die Stelle: „Der Ursprung von Missverständnissen…“. Ja, das stimmt meiner Meinung. Ausdruck dessen ist für mich auch die Streitkultur, die ich in sog. politischen
    Talk-Shows (z.B. Hart, aber Fair) erleben muss, wo man einander nicht ausreden lässt, wenn eine andere Meinung auftaucht. Weiterhin finde ich es nicht zielführend, wenn man uns neuerdings zu brisanten politische Themen Journalisten als Experten präsentiert. Ich glaube, da kommt nur Chauffeur-Wissen rüber. Bis zum nächsten Mal.

    Gefällt 1 Person

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