„Eine Kleinigkeit, die mich stört …“

Eine Kleinigkeit, die mich stört, ist das fehlende Interesse daran, ein Interesse für gewisse Themen aufzubauen.

Politik               Wirtschaft               Wissenschaft

Ich habe nichts gegen einen anständigen, bodenständigen und oberflächlichen Small Talk. Solange er auch genau als das verstanden wird!

Kurze Definition:

 

Small-Talk, Small Talk: die oberflächliche Unterhaltung über belanglose Themen, die man meist mit Personen führt, die man nicht gut kennt. [1]

Seit einem gewissen Zeitraum, der sich bereits gefühlt über mehrere Jahre hinwegzieht, habe ich das Gefühl, Menschen reden nicht mehr miteinander, sondern im Endeffekt nur noch mit sich selbst. Die Gespräche, die sich nicht als komplette Selbstgespräche entpuppen, sind irgendwie abgestumpfter und oberflächlicher als sie davor manchmal schon waren. Niemand traut sich mehr über gewisse Dinge, die einen interessieren, offen zu sprechen. Seine eigene Meinung kund zu tun und mit Fakten zu untermauern, scheint völlig unmöglich geworden zu sein, und die Wahrscheinlichkeit Leute mit einer eigenen Meinung anzutreffen, ist so hoch wie die Chance auf einen Sechser im Lotto.

Naja vielleicht ist das etwas übertrieben.

Aber was, wenn nicht?

Ich glaube in keiner Form an das Karma, da es für mich keinerlei Sinn ergibt. Aber oft habe ich das Gefühl, dass viele schlimme Situationen in der Welt schlimmer werden, weil wir es durch Desinteresse zulassen.

Das ist wahrscheinlich auch mehr eine Tatsache als eine Glaubensfrage.

Regierungen können meist handeln wie es ihnen beliebt, weil es ihnen bewusst ist, dass wir Sie darauf nicht ansprechen werden, geschweige denn das Thema in unserem Privatleben hervorbringen. Wir werden die Entscheidungen, die getroffen werden so, hinnehmen, in der Hoffnung, es wird schon die richtige gewesen sein. Aber stellt sich heraus, dass diese Entscheidung eine schwerwiegend falsche gewesen ist, meckern wir und schreien auf, dass es ja nicht unsere Entscheidung war und wir jetzt nicht mit den Konsequenzen leben wollen, obwohl wir noch an demselben Brunnen stehen, in den wir kurz zuvor das Kind haben reinfallen lassen.

 

Es ist wichtig, die Dinge, die in unserem Land passieren, anzusprechen. Sich darüber zu informieren und das neugewonnene Wissen mit anderen zu teilen. So hat man die Chance darauf, Situationen zu analysieren und sie besser zu verstehen. Man kann sich durch Diskussionen einen Überblick verschaffen und etwas Ordnung in dieses unverständliche Kauderwelsch namens Politik bringen.

 

Sich Gemeinsam, durch Reden, auf bereits getroffene Entscheidungen vorbereiten, ohne am Ende dazustehen und nicht genau zu wissen, was jetzt gerade passiert oder warum es nicht gut ist, einen Facebook Account zu haben. In anderen Fällen kann es helfen sich auszutauschen, um einen Sachverhalt besser zu verstehen und das Aufkommen einer gewissen Art von Wut gegenüber Dingen zu verhindern. Denn oft sind diese harmloser als sie vorerst scheinen.

 

Politik und so´n Zeug …

Das sind bei weitem keine leichten Themen. Verstehe ich gut, aber es sind Themen, die uns alle betreffen. Vor allem Politik und so´n Zeug. Und es ist wichtig, dass du, dass Wir darüber informiert sind. Verfolge nicht jede politische Kleinigkeit, außer du möchtest.

Einen Teil der Geschehnisse mit zu verfolgen reicht aus um sich ein Grundstock an Verständnis anzueignen und mitreden zu können.

 

Ein Teil der Crew. Ein Teil des Schiffs.

Wir sind alle ein Teil dieser Gesellschaft und glaub mir, niemand kann sich da raushalten. Darum geh wählen und beschäftige dich mit Politik. Es geht dich etwas an, wahrscheinlich viel mehr als du bewusst wahrnimmst. Gemeinsam können wir ein Verständnis aufbauen, um in vielen Situationen in unserem Land Vorurteile und Aggressionen abzubauen oder gar nicht erst aufkommen zu lassen.

 

Sprich nie im Streit!

 

Wer schreit, hat Unrecht!

Das stimmt!

Sieht man die ganzen Personen, die am Pult im Bundestag stehen und ins Mikrofon brüllen, weiß man, dass es stimmt!

Sprich stets mit der Intention, eine gute Diskussion führen zu wollen, in der dein Gesprächspartner dir genauso aufmerksam zuhört wie du ihm.

Zuhören muss gelernt sein und das kann nicht jeder. Ich musste mir das auch erst anerziehen.

 

Vielfalt

 

Unterschiedliche Meinungen sind das Manifest der Individualität, dass uns alle zu einem Großen und Ganzen machen kann. Sollte jemand deiner Meinung nach mit seinen Ansichten falsch liegen, belehre ihn nicht, denunziere ihn nicht. Die Möglichkeit, dass du falsch liegst, existiert immer.

Niemand möchte von oben herab behandelt werden. Hör zu, erweitere deinen Horizont und teile deine Meinung, gib jedem die Chance dazu, deine Meinung als die seine anzusehen oder dagegen zu sein. Keiner von uns kann alles genau wissen. Stabilisiere deinen Standpunkt mit Fakten und Quellen.

Ein gutes Gespräch kann Menschen zusammenführen und Hass neutralisieren. Vielfalt ist in jeder Hinsicht eine Bereicherung.

Nicht Schreien. Nicht Aufzwingen. Nicht unter Druck setzen. Nicht Beleidigen.

Diese widerliche Art zu reden hat bereits ein ganzer Flügel im Bundestag für sich verinnerlicht, das müssen Wir nicht auch noch.

 

Wann?

 

Bei einem Kneipenabend. Am Lagerfeuer im Urlaub. Beim Grillen mit den Nachbarn. Bei einer Zigarettenpause. Es passt immer, man muss nur den Mut dazu haben. Bring kleine Steine eines Themas ins Rollen, um zum Denken anzuregen. Informiere dich! Rede mit deiner Familie, deinen Freunden, deinen Bekannten.

Diese Welt braucht wieder mehr Leute, die diskutieren und zuhören wollen.Verständnis zeigen können. Belehrende Besserwisser, die ihre eigene unreflektierte Meinung anderen aufzwingen wollen, hat diese Welt zu Hauf.

Überzeuge die Menschen in deiner Umgebung davon, dass: sich zu informieren über das tägliche Geschehen eine Pflicht sein sollte. Niemand von uns kann sich dieser Gesellschaft entziehen.

 

Die Meinungsfreiheit ist Fluch und Segen zugleich. Sie kann kriege entfachen und Frieden beschwören.

Niemals Angst haben Themen anzusprechen. Wenn man etwas Scheiße findet auch sagen das man etwas Scheiße findet.

Aber auch erklären können wieso!

 

Gebetsmühlenartig wiederhole ich nochmal.

Informiert euch. Redet miteinander. Lernt zuzuhören. Diskutiert. Zeigt Verständnis.

Glaub mir deine Meinung zählt. Sprich Sie aus dann wirst du es erkennen.

Nutzt das Geschenk was euch gegeben wurde, lernt wieder mit einander zu reden.

Zitat:

Man muß das Wahre immer wiederholen, weil auch der Irrtum um uns her immer wieder gepredigt wird, und zwar nicht von einzelnen, sondern von der Masse. In Zeitungen und Enzyklopädien, auf Schulen und Universitäten, überall ist der Irrtum obenauf, und es ist ihm wohl und behaglich im Gefühl der Majorität, die auf seiner Seite ist.[2]

–  Johann Wolfgang von Goethe

Sei der positive Umschwung.

P.s. Jede menschenverachtende Meinung

ist nicht hinnehmbar für mich und ich werde jederzeit auf die Barrikaden gehen, um solche Meinungen umzustimmen.

„Das sind ja nur solche Menschen, die sind nicht so viel wert wie andere“

Es existiert kein Unterschied, zwischen niemandem. Grenzen sind die widerlichste Erfindung Reicher, etwas, das ihnen nicht gehört, vor etwas schützen zu wollen, dass es nicht gibt.

Du kannst, Wir können die Welt zum Positivem verändern. Der erste Schritt dahin ist darüber zu reden! Machen wir das nicht, übernehmen andere für uns das Reden und meist ist das, was dabei herauskommt, nicht ansatzweise unsere Meinung.

[1] https://dictionary.cambridge.org/de/worterbuch/englisch/small-talk (Stand: 11.04.2018)

[2] https://www.aphorismen.de/zitat/8378 Gespräche. Mit Peter Eckermann, 16. Dezember 1828

Ein Kommentar zu „„Eine Kleinigkeit, die mich stört …“

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  1. Danke für diesen Beitrag! Ja, Teilnehmen und Teilhabe sind wichtige Bereiche in der aktuellen Zeit. Viele Menschen konsumieren nur. Das reicht nicht aus. Wenn wir streiten wollen und zu einem Ergebnis kommen wollen, dann sind die Dinge wichtig, die Du dargestellt hast. Sich informieren und Argumente sammeln gehören dazu. Zum Beispiel habe ich in der vergangenen Woche bei DeutschlandFunkKultur ein Interview mit Hardy Krüger (Schauspielerbund Autor, gerade 90 geworden) gehört. Dieser Mann äußerte sehr interessante politische Gedanken. Er berichtete auch, dass er sich regelmäßig mit Helmut Schmidt unter vier Augen zu persönlichen Gesprächen getroffen hat. Dabei hob er hervor, dass Helmut Schmidt bei einem solchen Gespräch vor etlichen Jahren schon festgestellt hat, dass in unserer heutigen Zeit neue Völkerwanderungen von Afrika und Arabien nach Europa einsetzen werden. Die Gründe sind bekannt, werden aber von der Politik bewusst hinterm Vorhang gehalten. Ich wusste gar nicht, dass H. Krüger ein so engagierter Mann ist.

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